Freitag, 31. Mai 2013

Weiß und Schwarz erzwingt Grau Teil 2: Gehetzt unter Grau


Im gehetzten Schritt gehen die Menschen die Straßen entlang, denn über ihnen brach das graue Himmelszelt. Sie sind innerlich unbeteiligt. Es ist falsch zu erwarten, dass ihnen bewusst ist, was eine Weltanschauung beinhaltet. Sie bekämpfen den Regen mit Mitteln, die ihnen in die Hände gegeben werden. In Wirklichkeit aber sind sie im ersten Schritt auf eine Empfindung angewiesen, derer sie sich nicht bewusst werden und die auf eine verfaulte Seele schließt. Denn wenn die Welt weint und sie ihr entgegen handeln, retten sie eine Lüge.
Sie betrügen sich um die Nähe der Natur, die uns regiert. So mächtig sind sie nicht, denn die Krebsgeschwüre haben Geduld und machen sich unbemerkbar. Nur deshalb gibt es gute Kräfte, damit sie diese Gedankenlosigkeit zurückhalten.
Mehr und mehr werden die Vorbeilaufenden. Die Krebsgeschwüre weichen in der Nässe und besudeln den ganzen Körper mit ihrem Gift. Die Köpfe verstecken sich unter Kapuzen wie in einem Kellerloch und begraben ihre Intelligenz, um ohne Licht und Wärme wie im Keim zu ersticken. Im Regen glauben die Vorbeilaufenden am Ende zu stehen. Jetzt ist aber der Moment Gleichgesinnte zu finden und sich aufzuklären. Der Wissende steht und gibt keine Ruhe, bis auch der Letzte sinnlose Kämpfer die Notwendigkeit der Niederlage einsieht und sich dem Naturgesetz beugt. Geht eine derartige Aufruhr durch die Stadt und sind so viele mit der Anstrengung abgemüht, die Natur abschütteln, versinken die Wissenden im Schrecken um das Ende.
Sie fällen kein Urteil über das Ende des Schauers. Aber wenn dieser hereinbricht, dann dient er der Heilung und reinigt vom Leiden, so wie die Sonne am Morgen die Nacht von der Dunkelheit befreit. Die Welt wird nicht erdrückt.
Es gilt nicht eine Verteidigung von den Vorbeilaufenden einzufordern, nein, denn an dieser Darbietung soll die Tatsache sichtbar sein, dass die Eroberung der Erde durch den Menschen auf bestialische Art den freien Geist tötet. Sie morden ihren Lebenssinn, weil sie nicht mit der Natur gehen. Sie verüben ein grauenvolles Verbrechen an sich selbst, wenn sie das Leben nicht besehen und erkennen wollen. Auch die Menschen sind Tiere.
Auf welche Art können die Menschen den Tagen begegnen, als Geschlecht, im Alter, in Arbeit, alles verschleppt ihren kämpferischen Verstand. Aber alle Vorbeilaufenden verfallen einer apathischen Gleichgültigkeit, das wie ein Verbrechen an der Natur anmutet. Tatsachen werden hingenommen, ein gefangener Schlaf genossen und gibt den Vorbeilaufenden Gelegenheit ihre Freiheit weiter zu töten.
Sie wirken in ihren Gefühlen verroht, während die Wissenden hell aufschreien und um erwachen bitten. Mit dem Wind verhallen aber auch die Rufe. Scheinbar ist es bestimmt, wenn der Geist nicht endlich protestierend auffährt, wird es weitere Opfer geben. Aber die Wissenden haben Mitleid und empfinden Mitschuld. So leiden die Vorbeilaufenden unter der Dunkelheit.
Alle sprechen sich frei von Schuld und schlafen von daher mit einem ruhigen Gewissen. Verfallen sie alle einer Lethargie, sind alle schuldig. Daher muss jeder an der Gestaltung der Welt teilhaben. Gleichberechtigt und frei.
Die Welt braucht für ein Gewissen wieder Ankläger. Sie braucht Sehende für die Kunst, Lebendige für das Notwendige, Beschützer für die Existenz, Geschichtenschreiber für das Vergessen.

JD

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