Im gehetzten Schritt
gehen die Menschen die Straßen entlang, denn über ihnen brach das graue
Himmelszelt. Sie sind innerlich unbeteiligt. Es ist falsch zu erwarten, dass
ihnen bewusst ist, was eine Weltanschauung beinhaltet. Sie bekämpfen den Regen
mit Mitteln, die ihnen in die Hände gegeben werden. In Wirklichkeit aber sind
sie im ersten Schritt auf eine Empfindung angewiesen, derer sie sich nicht
bewusst werden und die auf eine verfaulte Seele schließt. Denn wenn die Welt
weint und sie ihr entgegen handeln, retten sie eine Lüge.
Sie betrügen sich um
die Nähe der Natur, die uns regiert. So mächtig sind sie nicht, denn die
Krebsgeschwüre haben Geduld und machen sich unbemerkbar. Nur deshalb gibt es
gute Kräfte, damit sie diese Gedankenlosigkeit zurückhalten.
Mehr und mehr werden
die Vorbeilaufenden. Die Krebsgeschwüre weichen in der Nässe und besudeln den
ganzen Körper mit ihrem Gift. Die Köpfe verstecken sich unter Kapuzen wie in
einem Kellerloch und begraben ihre Intelligenz, um ohne Licht und Wärme wie im
Keim zu ersticken. Im Regen glauben die Vorbeilaufenden am Ende zu stehen.
Jetzt ist aber der Moment Gleichgesinnte zu finden und sich aufzuklären. Der
Wissende steht und gibt keine Ruhe, bis auch der Letzte sinnlose Kämpfer die
Notwendigkeit der Niederlage einsieht und sich dem Naturgesetz beugt. Geht eine
derartige Aufruhr durch die Stadt und sind so viele mit der Anstrengung abgemüht,
die Natur abschütteln, versinken die Wissenden im Schrecken um das Ende.
Sie fällen kein Urteil über
das Ende des Schauers. Aber wenn dieser hereinbricht, dann dient er der Heilung
und reinigt vom Leiden, so wie die Sonne am Morgen die Nacht von der Dunkelheit
befreit. Die Welt wird nicht erdrückt.
Es gilt nicht eine Verteidigung
von den Vorbeilaufenden einzufordern, nein, denn an dieser Darbietung soll die
Tatsache sichtbar sein, dass die Eroberung der Erde durch den Menschen auf
bestialische Art den freien Geist tötet. Sie morden ihren Lebenssinn, weil sie
nicht mit der Natur gehen. Sie verüben ein grauenvolles Verbrechen an sich
selbst, wenn sie das Leben nicht besehen und erkennen wollen. Auch die Menschen
sind Tiere.
Auf welche Art können
die Menschen den Tagen begegnen, als Geschlecht, im Alter, in Arbeit, alles
verschleppt ihren kämpferischen Verstand. Aber alle Vorbeilaufenden verfallen
einer apathischen Gleichgültigkeit, das wie ein Verbrechen an der Natur
anmutet. Tatsachen werden hingenommen, ein gefangener Schlaf genossen und gibt
den Vorbeilaufenden Gelegenheit ihre Freiheit weiter zu töten.
Sie wirken in ihren
Gefühlen verroht, während die Wissenden hell aufschreien und um erwachen
bitten. Mit dem Wind verhallen aber auch die Rufe. Scheinbar ist es bestimmt,
wenn der Geist nicht endlich protestierend auffährt, wird es weitere Opfer
geben. Aber die Wissenden haben Mitleid und empfinden Mitschuld. So leiden die
Vorbeilaufenden unter der Dunkelheit.
Alle sprechen sich frei
von Schuld und schlafen von daher mit einem ruhigen Gewissen. Verfallen sie
alle einer Lethargie, sind alle schuldig. Daher muss jeder an der Gestaltung
der Welt teilhaben. Gleichberechtigt und frei.
Die Welt braucht für
ein Gewissen wieder Ankläger. Sie braucht Sehende für die Kunst, Lebendige für
das Notwendige, Beschützer für die Existenz, Geschichtenschreiber für das Vergessen.
JD
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