Im
Alter von 20 Jahren offenbahrte ihre ständige Verwirrung den
Prototyp eines Mädchens, die in Versuch war über sich selbst zu
verfügen. Über ihr spannte eine weiße Karte mit grauem Liniennetz
und eine kurze Abfolge flacher Schluckbewegungen war die Grundlage
zur Einnahme existienzieller Bedürfnisse.
Sie war die
Verlängerung gut proportionierter, feiner Sinne. Symmetrisch
schallten die Echos ihrer Geister in ihrem Oberkörper und vernetzen.
Beim Betrachten des
ihres Raumes trat ein angenehmer Gedankentod ein. Muffiger Geruch,
getränkt von Etanol, vermengt mit Liegengebliebenden, ergab
lebensunwürdige Umstände.
Sie
zermahlte mit ihrern Zähnen Knochen, die in einem Glas unter ihrem
Bett standen, während sie abwechselnd einen Eiswürfel zerbiss. Am
Singen unterbrach der Abschluss einer Bestandsaufnahme die Leerung
des vollen Glases. Sie erstickte in einer lauwarmen Eintönigkeit.
Eine dunkle Höhle, entschlüsselte und besetzte mit Konzentration
das hängende Selbst. Ihre Aufgabe, die Erinnerungen im Nichts
verenden zu lassen und die Anstrengung zu unternehmen wie ein Kind
die Hälfte des Schmerzes aufzulecken anstatt zu verteilen, um einen
Geschmack des Lebens herzustellen war ihr Tod. Nun konnte er Erlöser
eines Zustands der Konzentraion werden, der einen Willen ausschied
und zum Führer des Endes wurde.
Während
eine Körperhälfte langsam versteifte, versuchte sie dorthin
Stromkabel zu stecken, um bereit für die volle Hingabe und den
ganzen Versuch einer Anbetung der Realität als Götzenfigur zu
unternehmen. Die Verwundung als Gefühlkult unterlag wahrscheinlich
der Täuschung, dass im Vergessen sein Paradoxon fand. Sie war die
Sklavin der Schmerzen und besaß gleichzeitig die Kontrolle über ihr
Ausmaß. Die Verhärtung ihrer einen Körperhälfte bereitete das
Abtauchen in ihre Leere vor, sodass der Wahnsinn den anderen Teil
massierte.
Immer
mehr Reibung wurde zur Geburt der Öffnung ihrer Standhaftigkeit und
fiel dem Ungeschick zum Opfer, Ordnung einzufordern. Die Angst vor
einer Abwendung des Körpers beklemmte sie zu schnell. Zu vorsichtig
schob sich die Angst vor die Welt, versperrte das Rauskommen, denn es
drückte nach innen. Sie schlug fester zu, das Bett wurde vom Blut
nass, vergrub die Suche, blähte den Wunsch nach Nähe auf,
erweiterte den Druck. Im Fall begann sie zu würgen, rhythmisch
gleitete aus dem Gehirn schwarze Masse, die aus dem Mund ausgetrat,
über sie. Die Augen wurden unruhig und begleiteten die Schübe mit
einem tränengefüllten Blick. Das Tempo änderte sich ruckartig,
schloss ab und die Zunge nahm die Form einer Röhre an.
Sie
wurde ein Gewirr aus Körperteilen. Auf den Weg nach Außen drückte
die Röhre ruhig, punktuell.
Ihr
Körper verhärtete und versuchte nach innen zu ziehen. Nach
Verkrümmungen in diese Richtung entstand ein von Krämpfen
begleiteter Sog. Die Halsmuskeln zerrissen fast und in der Not wurde
dort die Haut zur Schlinge.
Auf
diesem endlosen surrealen Trip knickten als erstes die Füße ab,
rutschten mit den Beinen zum Rücken hoch und legten sich an den
Kopf. Die Wirbelsäule brach, verwirbelte zu einer roten Ebene, lag
flach in der Luft und gleitete ineinander bis sie darin ertrank.
JD