Sonntag, 2. Februar 2014

Wunschwert

In Anschluss einer überragenden Resonanz ihrer vielen Charakterbilder, die Nötigung in blühender Art als Hilfestellung für ihr Selbstbild ausübten, fiel das Wissen vom Kopf in den Mund. Gefangen im Haufen aus höllischen Alpträumen und Massen orientierter Hierarchiestufen, leitete allumfassend die Beschäftigung mit diesen Facetten eine offen abgewickelte Kunstform der Selbstinszenierung ein.

Im Alter von 20 Jahren offenbahrte ihre ständige Verwirrung den Prototyp eines Mädchens, die in Versuch war über sich selbst zu verfügen. Über ihr spannte eine weiße Karte mit grauem Liniennetz und eine kurze Abfolge flacher Schluckbewegungen war die Grundlage zur Einnahme existienzieller Bedürfnisse.

Sie war die Verlängerung gut proportionierter, feiner Sinne. Symmetrisch schallten die Echos ihrer Geister in ihrem Oberkörper und vernetzen.

Beim Betrachten des ihres Raumes trat ein angenehmer Gedankentod ein. Muffiger Geruch, getränkt von Etanol, vermengt mit Liegengebliebenden, ergab lebensunwürdige Umstände.

Sie zermahlte mit ihrern Zähnen Knochen, die in einem Glas unter ihrem Bett standen, während sie abwechselnd einen Eiswürfel zerbiss. Am Singen unterbrach der Abschluss einer Bestandsaufnahme die Leerung des vollen Glases. Sie erstickte in einer lauwarmen Eintönigkeit. Eine dunkle Höhle, entschlüsselte und besetzte mit Konzentration das hängende Selbst. Ihre Aufgabe, die Erinnerungen im Nichts verenden zu lassen und die Anstrengung zu unternehmen wie ein Kind die Hälfte des Schmerzes aufzulecken anstatt zu verteilen, um einen Geschmack des Lebens herzustellen war ihr Tod. Nun konnte er Erlöser eines Zustands der Konzentraion werden, der einen Willen ausschied und zum Führer des Endes wurde.
Während eine Körperhälfte langsam versteifte, versuchte sie dorthin Stromkabel zu stecken, um bereit für die volle Hingabe und den ganzen Versuch einer Anbetung der Realität als Götzenfigur zu unternehmen. Die Verwundung als Gefühlkult unterlag wahrscheinlich der Täuschung, dass im Vergessen sein Paradoxon fand. Sie war die Sklavin der Schmerzen und besaß gleichzeitig die Kontrolle über ihr Ausmaß. Die Verhärtung ihrer einen Körperhälfte bereitete das Abtauchen in ihre Leere vor, sodass der Wahnsinn den anderen Teil massierte.
Immer mehr Reibung wurde zur Geburt der Öffnung ihrer Standhaftigkeit und fiel dem Ungeschick zum Opfer, Ordnung einzufordern. Die Angst vor einer Abwendung des Körpers beklemmte sie zu schnell. Zu vorsichtig schob sich die Angst vor die Welt, versperrte das Rauskommen, denn es drückte nach innen. Sie schlug fester zu, das Bett wurde vom Blut nass, vergrub die Suche, blähte den Wunsch nach Nähe auf, erweiterte den Druck. Im Fall begann sie zu würgen, rhythmisch gleitete aus dem Gehirn schwarze Masse, die aus dem Mund ausgetrat, über sie. Die Augen wurden unruhig und begleiteten die Schübe mit einem tränengefüllten Blick. Das Tempo änderte sich ruckartig, schloss ab und die Zunge nahm die Form einer Röhre an.

Sie wurde ein Gewirr aus Körperteilen. Auf den Weg nach Außen drückte die Röhre ruhig, punktuell.
Ihr Körper verhärtete und versuchte nach innen zu ziehen. Nach Verkrümmungen in diese Richtung entstand ein von Krämpfen begleiteter Sog. Die Halsmuskeln zerrissen fast und in der Not wurde dort die Haut zur Schlinge.

Auf diesem endlosen surrealen Trip knickten als erstes die Füße ab, rutschten mit den Beinen zum Rücken hoch und legten sich an den Kopf. Die Wirbelsäule brach, verwirbelte zu einer roten Ebene, lag flach in der Luft und gleitete ineinander bis sie darin ertrank.
JD

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