Samstag, 26. Oktober 2013

Bilder aus der Vergangenheit

In den nächsten Tagen jährt sich der Tag ihrer Geburt und sie dringen wie Schüsse in ihr Bewusstsein. Als Auftakt einer episodenhaften Bebilderung der Vergangenheit lösen sie in ihrem Geist Halluzinationen aus, die ihren Appetit auf das Leben stören. Getarnt als Leichnam toter Erinnerungen erzeugt diese Verwicklung eine Schießwut, die den Einstieg für eine Abfolge schwebender Gedankenfetzen bildet. Eine Seelenqual, die ihr Geist früh professionalisierte und gleichzeitig zur Inszenierung des Gewissens ausnutzte. Hierfür ist ein emotionales Blutbad Mittel für die Präsentation. Die Ästhetik veranschaulicht serienhaft ihre Schönheit in der Denkweise eines Killers. Kein verbaler Eintritt in die Szenerie bereitet sie vor, sondern intuitiv beginnt der Prozess. Eine Schlussfolgerung bieten immer nur die Bilder im Kopf.
Dort kann auf einen Raum voller Knochen gestoßen werden, die für ihre Beklommenheit stehen. Sieben tote weibliche Skelette von Tieren des Waldes, die ineinander gelegt wurden. Eine Andeutung von reiner Nacktheit nährt den Zweifel welche Präsenz sie als Frau zu haben scheint. Die tiefgehenden Blicke in ihren Abgrund sprechen von einem animalischen Willen, der vom Zorn gezogen wird und erregt ein Ungleichgewicht, die auf ihre Gefährlichkeit aufmerksam macht. Das geschmackvolle Arrangement erscheint ähnlich einer kritischen Debatte über die Herrschaft der Situation. Kein Ton ist von Bedarf, sondern der Charme spricht die Bedrohung aus und leistet durch die Präsentation großartige Arbeit. Wie alles im Leben vermittelt die Weise des Stils das Bedürfnis. Ein beachtliches Bild hat das Vermögen sie in einen komatösen Zustand zu versetzen, den Grund für einhergehende Verantwortung sich selber gegenüber zu offenbaren und den Mord an ihre Identität insgeheim zu verdeutlichen. Überlagert wird dies durch einen Reiz, ein Zucken gottgleicher, höherer Impulse. Ein Mensch, der mit seinem Wachstum in Verbindung tritt. Der Kadaver in ihr ist überwuchert von menschlicher Grausamkeit, die nach Momenten greift. Ihr erster Schritt ist nicht den Tod eines Opfers festzustellen, aber das Aussetzen euphorischer Schübe, einer treibenden Lebensenergie, die niemals mehr aus dem Koma erwachsen kann, da eine Betäubung des Ekels gegenüber den inneren Unstimmigkeiten keine Chance für die Überwindung des Schmerzes lässt.
Die Details züchten Ängste aufgrund reger Vorstellungskraft, die einen Sog in die Dunkelheit befördern, sodass eine Perversion ihrer Bedürfnisse erfolgt. In dieser verdrehten Weltansicht verbindet sie als Individuum ihre Schreckensbilder.
Ihre Atempausen sind ruhige Momente, in denen das Gesamtwerk ihrer Vergangenheit ein intensives Stechen ist.
Keine Jagd ist für sie so erschöpfend wie die lange Jagd nach der Erkenntnis über die Entstehung aller Sinnbilder. Ihre Gesundheit des Körpers kann nicht die Qualen ihres tobenden Geistes heilen und erzeugt die Idee der Besitzergreifung. So wird sie langsam verfaulen.
Letztendlich wird der ihr Organismus aufgegeben, die organischen Verbindungen werden zersetzt und vollständig aufgelöst. In diesem komplexen System entsteht ein unangenehm riechender Prozess. Die innere Hölle frisst sich durch die Haut und zerkleinert die Lebendigkeit, sodass die innere Menschlichkeit von Insekten durchsetzt wird. Unaufhaltsam der Zerfall.
JD

Samstag, 12. Oktober 2013

Racheengel

Der kalte, weiße, nackte Boden versucht durch sie zu dringen und ihren Verstand zu übernehmen. Der Schock fesselt sie bewegungslos an ihren Stuhl.

Der Engel des Todes versucht mit dem giftigen Stachel der Unvernunft die Macht über ihren Körper zu gewinnen. In ihr wütet der Kampf vergangener Tage, die ihr alle Lebenskraft raubt. Die Haut wurde so schnell faltig, dass sie ihr Ende zeitig begriff. Die blauen Adern zeichnen ein verwirrendes Bild auf der weißen Haut, die von einer dunklen Materie gefüllt zu sein scheint. Die Verantwortung aller Taten geht in ihrem Inneren um. Nach einer Operation sitzt sie halb verblutet, ohnmächtig der Konfrontation mit der Realität auf einem Stuhl. Vorzufinden ist ein erkalteter Mensch, dessen Gefühle durch leere Impulse ersetzt wurden. Sie überlebte die letzten Stunden nur kärglich. Die Schwester des Todes, das schlechte Gewissen, heizt qualvoll ihren Stuhl und nutzt die in ihr aufkeimende Unruhe, um sie zur Rede zu stellen. Sie weiß dieser keine Antwort zu geben. Wovon sie spricht, kann sie nicht erahnen. Der rachsüchtigen Schwester des Todes kann sie nicht entkommen. Sie begreift aber die Gelegenheit, die sich nicht als Rettung erweist. Schon kurz darauf befindet sie sich eine beunruhigende Stille im Raum und schwebt als langes Schwert drohend über ihr. Die Schwester des Todes bringt als Beweisstück für Frevel der Vergangenheit eine blutverschmierte Fliese mit. Vor Jahren fand ihr Vater sie blutend auf dem Badezimmerboden. Bevor er starb, konnte er ihr nichts mehr begegnen.

Dies genügt um eine schwarze Gestalt über ihr erscheinen zu lassen, die ihre Laster in sich trägt. Während das Schwert tiefer hinabsinkt, hängt an der Decke über ihr eine schwarze große Gestalt. Sie strahlt eine dunkle und unfreundliche Energie aus, die die Betrachterin verunsichert. Sie besitzt große schwarze Flügel, die von ihrer Haut umspannt sind. Dort wird das rote Fleisch der Organe freigelegt. Sie pulsieren und arbeiten regelmäßig wie ein Uhrwerk. Die Gestalt drückt sich an die Decke und schwebt nahezu bedrohlich über ihr. In einer Position als wäre sie zum Angriff bereit, fixiert sie die Betrachterin.
Sie sitzt auf ihrem Stuhl und wird langsam nervös. Ihr rechtes Auge beginnt zu zucken und sie dreht den Kopf verschämt zur linken Seite hin. Ihren Rücken drückt sie nach hinten durch und sie presst sich mit aller Gewalt gegen das Holz. Schutz suchend krümmt sie sich und krallt ihre Hände bis die weißen Knochen durch die Haut sichtbar sind.

Das Wesen besitzt ein schwarzes dichtes Fell, das glänzt. Der Kopf ist von einer dichten und lockigen Haarmasse umrahmt. Die ungeteilte Aufmerksamkeit des Wesens reizt ihren Unterleib vom Stuhl und drückt die Wirbelsäule bogenförmig durch. Auch krümmt sich die Gestalt zu ihr hin und berührt mit den Händen die Fersen. Ihre Verbundenheit ist ein bizarrer Anblick.

In jenem Augenblick kann beobachtet werden, dass die Frau so schön, reif und weiblich wie nie zuvor erstrahlt. Ein intensives Gefühl der Erlösung hat auf diese Entwicklung großen Einfluss.
Das der intensivste Schmerz in ihrem Leben mehr zu ihr gehört als das Erlebte verursacht keine große Angst. Sie vertraut darauf, dass ihr Körper sie freigibt, wenn sie den Schmerz nicht mehr aushalten kann. Er schützt sie und führt sie sicher zu der Gestalt hin, die eine notwendige Geborgenheit vermittelt.

Signalisiert wird eine überkommende bestimmte Harmonie. Gleich einer Geburt werden Hormone ausgeschüttet und eine Verbindung zwischen dem Gehirn und Nervenzellen hergestellt, sodass der Körper ständig mit Informationen darüber versorgt wird. In dieser Harmonie wird der Austritt ihres Geistes eingeleitet. Verstärkt schüttet ihr Körper Hormone durch Kontraktionen ähnlich Geburtswehen aus.

Ihr Körper überhitzt und sorgt dafür, dass die Produktion körpereigenem Betäubungsmittel einsetzt. Der Schmerz setzt in Pausen aus, sodass er für sie erträglich bleibt. Nun beginnt die Öffnungsphase, eine Art Bewusstseinserweiterung, in der ihr Geist von innen ihre Haut dehnt und sie aufreizt.

Die Grenzen decken ungeahnte Fähigkeiten auf. Der schaurige Engel versucht sie in der Luft zu spüren, um ihren Dämon in die Gewalt zu bekommen.

Die enorme Belastung dieser Arbeit führt aber nun zu einer chronischen Angst, im Fluss unfassbarer Schuldgefühle. So unternimmt ihr Geist schlafwandlerisch den Versuch sich aufzurichten, bei dem ihm die gefiederte Gestalt anleitet, der nicht zuletzt ihre Schuldgefühle symbolisiert. Das Böse erblüht, was deutlich im wachsendem Kontrollverlust des fragilen Verschmelzens widerspiegelt wird. Viel der Abscheu spürt sie. Der grausame Tyrann setzt zu einem Flug hinab an.

Ihre Furcht wird durch die perfide dunkle Energie genährt, die sich in einer impulsartigen Überforderung entlädt. Kannibalische Triebe scheinen das schwarze Wesen sein Abendessen erspüren zu lassen. Die omnipräsente Furcht wirkt episodenhaft. Die Sünde eines Menschen wurde ein schauriger Engel. Anschwellend prägt Todesangst die Szenerie und liefert ein verstörendes Bild, getarnt als beiläufigen Moment. Die säuberliche Trennung der Haut am Bauch setzt das Ende in Gang.
Gerechtigkeit verließ schon lange vor der Hinrichtung das Zimmer.

JD

Freitag, 11. Oktober 2013

Innere Dämonen

Reizende Zähne schieben das rote Fleisch in die Kiefer
fest gepackt drückt das Stück in ihn hinab
anvisiert mit blauem starrem Blick, kühlt´s sein Gewissen
läuft die Spur der Vernichtung an ihm hinab
krampft das Bein durch die gesäuerten Muskel

Liegt der kühl werdende Körper im Moos gebetet
an die Seite gestellt ein Geflecht feuchten Gras
ist sauber das Ersuchte scharf herausgetrennt,
verbleibt der Schmerz als Schrei in dunkler Nacht,
quält der Anblick den Wissenden über die Tat

Das nasse Grab nimmt ihn tief hinab in die Erde,
ist die Stille des Waldes der Begleiter in die Finsternis
hinaufgehoben, auf die nackten Äste aufgeschoben
wacht wie ein Engel das verwesende Fleisch
fällt der Geist hinab zum Grab, als Ungläubiger.

Ist das verunstaltete Wesen der Bevollmächtigte
im tobenden Sturm vom Wasser gepeitscht,
bricht Unruhe über ihn herein die Quelle.
Übernatürlich Böses kommt in jeder Art,
fähig ein Schlüssel im Rätsel zu sein.

Schaut die Vergangenheit als Bild getarnt
wird lange er der Abgrund sein und blickt
sein Wissen bleibt begrenzt ohne Phantasie
die Absurdität des Verhaltens in Anteilen erfasst
die Imitation besitzt ihn, ist sein Selbstbild

Er sieht sich selbst auf eine Rolle beschränkt
vergisst seinen Spiegel, den er nicht sehen kann.
Im Sturm singen nach und nach die Vögel.
Schmerz hat kein guter Mensch ohne Leiden,
jetzt bringt kein Mensch Ehre Heim

Die Unvernünftigkeit einer Sache, ein Argument
gegen seine Existenz ist sie die Voraussetzung.
Nichts ist gewöhnlicher als der Wunsch nach Selbstständigkeit!
So unwahrscheinlich die Wahrheit sein mag, bitter sind die Untaten.

JD

Samstag, 5. Oktober 2013

Haltlos

Weiß ist die Erhabenheit auf eine Stufe gestellt,
während dort Schwarz zerlaufene Trauer ist.
Eine Spur voller Beklommenheit zerrinnt weiter
glatt und rein über eine weiße perfekte Kugelform,
nichts trennt die Vergangenheit in viele Teile auf.

Ein geheimer Traum stellt ein Denkmal aufrecht.
Tränen sagen leise im Leben ist es schwer brutal,
wird jemand glücklich sein und so weitergehen
Aufmerksamkeit wird ihnen innen schwer weh tun,
kann erahnt werden, wie manch ein Mensch litt

Klar, das viel kaputt geht in dieser verdorbenen Welt,
fair ist kein Weg durch großen Schutt vieler Berge,
gefesselt an das schöne Glück vergangener Tage
bittend ruft lang der sehnende Blick nach ihnen
nichts hat gereicht, das Leben geht schmerzhaft vorbei

Gefesselt durch das Urteil der langen Lebensjahre.
Über einer blutigen Maske liegt die Wahrheit verborgen
der Körper ist in die Federn vom eisernen Gestell gepresst,
wird dort der Arm vom Instrument des Zwangs ganz taub
kein Applaus, sondern im Rausch kommender Tränenfluten

So viele Triebe überkommen das Tier im Menschen.
Licht bringt keine Sonne, sondern die Sehnsucht herbei.
Hoffnung an den Himmel gezerrt, verbirgt keine Einsamkeit.
Die schönsten Flüge sind frei im Wind ohne Menschheit.
Wer hat seinen Geist vertrieben am Abgrund der Zeit?

Hinter vergitterten Augen ist der Schmerz versperrt,
zieht die Lunge die Luft dicht drängender Wände,
liegt in ihrer Mitte gekrümmt die seelische Gestalt,
kümmerlich versunken in einen gebildeten Kreis,
zerbrochen an Ungerechtigkeit der hiesigen Welt.

Entgleitet die eigene Macht auf fremde Anweisung,
kann keine Handlung über dieses Schicksal gebieten.
Wird das Fleisch rot von peitschenden harten Schlägen,
beschämend die ausführende Hand, sicher Stehender.
Jetzt spricht sich nun die Seele vom Verstand frei.

In die Länge gestreckt erträgt das Unglück die Zeit,
kommt kein Retter, aber ein Begleiter für den Weg.
Drückt sich eine geöffnete Tür auf und fällt ins Schloss,
wird Rot über weiße Wände gewaschen wie Blut,
ist der Boden reiner als die Untat der Vergangenheit.

JD

Im Dunkeln bleiben

Wenn der Herbst beginnt, drehen sich alle seine Gedanken im Kreis. Er bleibt stehen und geht nicht weiter. Die Angst um seine Schuld macht ihm zum Kind. In der Dunkelheit schweigt der Wind. Er ist heute ohne Begleiter.
Als sich die Türen von einem gewaltigen Windstoß öffnen, kann in seinem Blick die Hoffnung gelesen werden. Erstaunt öffnet er seinen Mund und das Lächeln gleicht einem aufgehenden Vorhang. Wenn der Atmen schneller geht als das Herz schlägt, spannt er seine Arme an. Er spürt die Kälte auf seiner Haut. Aber nicht die des Windes, stattdessen die in seinem schwarzen Inneren. In seinem Ohren schrillt ein heller scharfer Ton und quält ihn. Denn er drückt die Hände mit aller Kraft auf seine Ohren. Flach und fest, aber ohne Abhilfe zu verschaffen. Die Augen treten glasig aus den Augenhöhlen, kurz bevor er sie vor Qualen zusammenkneift. Die Bänder und Sehnen in seinem Inneren bündeln gewaltige Kräfte.
Der schrille Ton wie ein Pfeiffen steht im Raum und hält die Zeit an. Alles wird gelb und dann weiß. Es blendet und färbt die Dunkelheit vor den Augen orange und blau. Verloren in der Fläche, bleibt er angewurzelt stehen. Nur den Rücken krümmt er, sodass seine Schultern nach unten gezogen werden. Ein Moment ohne Panik. Sein Körper scheint für ihn in die Luft gehoben zu werden und über dem Holzfussboden zu schweben. Unten wird zu oben und die Gegenstände um ihn herum sind nicht mehr an ihrer alten Position. Im gleichen Abstand stehen sie zu einander. Keine Chance einer Berührung ist sichtbar.
In dieser Position erlangt ihn die Erkenntnis, dass die Bedeutung nicht in der vorgegebenen Ordnung liegt. Die Reihung und Postion kann zu einem besseren als auch schlechteren Ausgangspunkt führen. Ist aber bedeutungsvoller als im Chaos zu stehen. Jetzt zittert vor Trübsal sein Mund und über ihn scheint ein mit Druck gefüllter Ballon zu schweben. So gefährlich wie ein Zeppelin, der mit Gas gefüllt ist. Er könnte jederzeit durch das brennende Netz des Gemarterten explodieren. Umfangen von glühend heißen Draht, brennt das Netz ein Muster in seine Haut. Ein Brandmal, dass ihn umhüllt. Da wird der Schmerz zur Erlösung, denn er entfernt die Reste seines Selbst aus diesem Leben. Wieso war er hier derart lange gefangen? Nichts war bei ihm. Jetzt ist kein Platz mehr für zwei. Alles ist fort und vorbei. Wie sollte es verstanden werden? Niemand wird ihn mehr begegnen, denn er hört kein Pfeifen mehr. Nie wieder. Der Wind kam immer und nie zu schnell. Jetzt oder nie. Der heutige Tag kam und er weiß rein äußerlich ist er ein ganz normaler Tag. Doch heute verliert er sein Glück. Kein zurück mehr, für das Wir in dieser Welt. All seine Schritte an jenem Tag waren langsamer und kürzer. So glaubte er an diesem Tag noch einen längeren Weg zurücklegen zu können. Welch ein Irrtum.
Der Druck steigt weiter und seine innere Dunkelheit kämpft tapfer weiter. Der Fluss vor dem Haus tritt über. Ein großer Schritt und erstaunlich kreativ. Genau heute, nicht irgendwann stirbt er an seinem inneren Loch. In der Stille sagt er Ade. Ein Orgelspiel klingt von weiter her. In der kleinen Pause verliert er sein Herz. Einsam kennt er nun keine Hoffnung mehr. Vorbei, er kann nichts mehr verstehen, nichts kann er mehr sehen. Er liebt den Wind. Er kommt, um ihn zu holen. Es gibt kein Spiel, jetzt ist es soweit. Kein Punkt bildet in ihm ein Ziel. Er ist gefangen, aber nicht in einer Kiste, sondern in einer weiten Leere. Sie ist schlimmer, denn dort verliert sich der Geist in einzelne Teile. Die Dinge können nicht mehr zusammenfinden. Kein Einzelteil haftet am jeweils anderem. Ein solches Schicksal ist bitterböse.
Keine Tränen, kein Schrei kommt vom Gemarterten, denn er hat es erkannt. Seine Arme fallen zu beiden Seiten herab, der Kopf hebt sich und sein Blick geht in den Garten hinaus. Das offene Fenster bestätigt, er ist allein. Unrealistisch erfolgt kein Abschied. Der Druck von oben presst sich gegen seine Leere. Ganz laut knirscht sein Kopf, aber ohne Herz verlangt er keine Gnade mehr.
Plötzlich ereignet sich nicht der erwartete Knall, sondern das schwarze Loch in ihm absorbiert die drückende Last. Er ist verwundert und ruft, ich bin nicht richtig ausgeglichen. Aber die Leute gehen an seinem Haus vorbei.
Wiedererwarten erscheint der Wind und bringt Licht in seine Welt. Die Gefühle hat er verloren, wie schön, dass der Wind für ihn an die Wände drückt. Sie bersten in große Stück, so erfolgte es auch mit seiner Seele. Seine Haut spürt den Wind und er sieht das Licht der Sterne. Ihm wird gewiss, das Wichtigste in ihm fehlt. Seine Seele war nie am Leben. Er kann nicht mehr tief durchatmen. Das ist aber nötig, um aufzunehmen, was alles in der Welt passiert. Durch die Enttäuschung schwärzt die dunkle Leere seinen kraftlosen Körper. Er wird die Nacht. Wer weiß von seinem Überlebenskampf, seiner Lebenszeit? Nun, er ist ein Teil der Welt, nicht die Welt Teil von ihm. In der Nacht wird sein Frieden offenbart, jenseits der Vorstellung kann er entdeckt werden. Nach Tagen finden Tiere fast all seine Knochen, an dem Tag jagen sie keine Beute. Sein Kampf ist noch an seinem Todesort verhaftet, das spürt selbst ein Tier.

JD