Donnerstag, 29. August 2013

Anhaltende Stupidität

Der Kopf hängt bereits über der zu bearbeitenden Tätigkeit und zieht den Hals stramm. Er nimmt seine Kraft aus den Rücken und holt alle Reserven aus den Händen. Die Hände sind ganz wilde Dinger und lassen sich ungern kontrollieren. Ihre wilde Art ist für die berufliche Tat Teil seines Rezeptes. Das schraubt ihn in eine aufrechte Position fest. Die Ellbogen sind angewinkelt und schweben bedrohlich über der Tastatur. Die Finger als Kralle geformt, sind zum Angriff bereit. Die Knöchel treten schmerzhaft weißlich hervor und ziehen die Haut glatt. Sie macht mal wieder nicht mit, denn sie war schon immer sehr verschlafen und reißt auf.

Eine Bewegung seines rechten Armes führt zum Hochspannen seiner Mundwinkel und begradigt die wülstigen Lippen über die Vorderzähne. Die Ohren rucken am Kopf nach oben und bleiben stehen. Die Schulterblätter bekommen den Kampf mit und ziehen sich nach hinten zurück. Da gerät die Brust nach vorne und erstarrt empört. Der Hintern schiebt sich nach hinten und die Füße geben standhaft Halt.

Doch die Fahrt auf dem Bürostuhl startet unversehens.

Die Buchstaben auf seinem Computerbildschirm werden immer kleiner, Worte werden unklarer und sie verstreichen in der Ferne zu einem schwarzen Strich. Begeistert nimmt er war, das schon viel auf dem Blatt passiert ist. Die Rollen drehen sich durch den Druck des nach hinten durchgedrückten Gesäß in langsamer Fahrt weiter. Der Erstarrte weist kein großes Gewicht auf, denn er saß viele Jahre vor dem Bildschirm und da verging ihm der Appetit auf das Leben. So führt der Erstarrte in der Hoffnung auf ein überraschendes Ende die Reise ohne Murren fort. Er nimmt nun Fahrt auf.

Leider hatten seine Füße schon immer was anderes im Sinn und schleifen hinterher. So etwas macht die Sohle nicht lange mit und reibt sich daran auf. Da holpern die Füße im Trap hinter dem Erstarrten her.

Der Windhauch bläst ihm sein strähniges Haar ins Gesicht und wurschtelt es bunt durch. Das missfällt dem Erstarrten, denn es erinnert ihn an sein zu langes Haar. Er müsste es kürzen und er mochte noch nie den Gang zum Friseur. Die fragenden Blicke des Meisters und die abwertende Handweisung auf den Saloonstuhl erschwerten den Schnitt durch seine gewachsenen Tage. Abschied und Wehmut wehten durch sein Herz. Aber der Friseur ging erbarmungslos an die Mitte und schnitt in Windeseile seine veralteten Tage ab. Der Verlust des Gewichtes konnte immer mit erhobenem Haupt gemessen werden. Auf dem Weg vom Friseur zum Arbeitsplatz sank er recht schnell auf die Brust. So ist der Gang des Lebens, den kannte er nur zu gut.

Jetzt im Dahinfahren blickt er verträumt zur Seite und fixiert einen weißen Punkt am Ende eines bürohauslangen Ganges. Der graue Teppich nimmt noch einmal etwas von dem Tempo der Fahrt. Die Sicht auf einen weißen Punkt am Ende eines langen Ganges erinnert ihn alzu stark an das Licht am Ende des Tunnels. Da wird ihm unbehaglich zu Mute und er wünscht sich eine Unterbrechung der Fahrt. Wie könnte er nur die Geschwindigkeit reduzieren?

Da fällt ihm ein, die vorbeilaufenden Kollegen um Halten zu bitten und sie zu bewegen die Fahrt zu unterbrechen. Aber die Kollegen sehen nicht was zu tun ist. Da rollt der Erstarrte weiter bis ans Ende der Schicht. Unaufhaltsam brausen Kaffeemaschinenräume und Kopiergeräte an ihn vorbei, aber stellen sich generell niemanden in dem Weg. Das liegt an ihrer Neigung sich nicht zu nehmen und einfach abzugeben.

Da bleibt keine Wahl mehr und er betrachtet die Wände des Ganges an denen Bürobilder hängen. Ausgestellte Stücke von Hausfrauen Hand mit technischer Raffinese geschaffen, in den Kursen der Volkshochschule erlernt. Schön schabloniert und ordentlich nach Vorlage gearbeitet, ist man in diesen Bilder immer wieder auf der Suche nach dem Sinn. Man sucht den Fehler, denn es gibt sie bereits in großer Stückzahl. Man kann nie viel finden, denn bei der Verfolgung einer Anleitung waren sie schon immer ganz genau. Da sagen sie daheim auch stetig dem Gatten, der gähnt dann gemächlich und verabschiedet sich zum Gang in den Keller. Ihm gefällt besonders der Hang zum Farbigen und Blumigen. Alles sitzt gerade und korrekt. Zuhause. Wie bei Mutter.

Die Bilder hängen zwischen den Büros. Die arbeitenden Kollegen haben ihre Türen geöffnet und die Kollegen mit außerbürolichen Aktivitäten sind nicht da oder halten vorsichtshalber die Tür geschlossen. Das ist gut überlegt, denn vorbeifahrende Erstarrte nehmen alles im Blick und tragen es weiter. Da weiß man nie, wo es am Ende landet. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Alle kommen ins Büro zum Geld kassieren und Arbeit nicht verlieren. Sie brauchen das Gewissen und die Wunschliste. Im Büro ist jeder immer auf Zack und da werden die Gänge auch zugig vom Wind der Leute. Dem ist kein Erstarrter gewachsen. Das merkt er bereits an seinen verkrampften Muskeln, die sich nicht mehr lösen wollen. Im Rausch der fast stillstehenden Zeit bleibt er ein vorbeigehender Moment.

Da trifft ihn der Schlag. Seit langem ist es Sitte kurze Sätze zu verkünden. Er überlegt und beginnt mit Twittern. Er hofft, er könne sich nun Gehör verschaffen. Die Arbeitenden arbeiten und die außerbürolichen Aktivitäten scheinen nicht mit Twitter verbunden. Da muss der Erstarrte grübeln und weiß nicht weiter. Er gerät in die Nähe der Sekretärin und erinnert sich, die Arbeit müsse bald fertig werden.

Wie könne er nur tun, was man von ihm verlangt? Er ist erstarrt und auf weiterer Fahrt. Das Ende des Ganges kommt in deutliche Nähe und würde auch das Ende des Schicht bedeuten. Er rollt fort. Ungebremst und in voller Fahrt. Er stößt Gebete noch oben und wird jetzt erhört. Ein Schwarm Kollegen rennt ihm entgegen. Der Erstarrte vergaß, im Büro gibt es nach der Mittagsstunde eine Runde Kuchen. Das lässt ihn Hoffnung schöpfen. Dem Schwarm fliegt eine Welle Lachen vornan und erreicht das fixierte Ohr des Erstarrten. Der Schwarm jedoch dreht ab. Da brauchst ein Sturm herbei, der den Erstarrten ein ganzes Stück voranträgt. Bedrohlich näher kommt das großes weiße Licht und die Schreistube der Sekretärin.

Aus ihrem Stübchen dringt das Geschrei des herrschenden Tyrannen. Er sieht keinen Ausweg mehr und gibt jetzt alle rettenden Instanzen auf. Er rollt weiter voran.

Das schlägt Wellen der Panik durch seinen Körper und bringt ihn zum Dehydrieren. Der Flüssigkeitsverlust führt zum schluckendem Zucken des Halses und überdehnt ihn immens. Das löst die Spannung auf und bewahrt den Erstarrten vor weiterer bewegloser Pein. Vor Glück springt er in die Luft und trifft den Türrahmen mit dem Kopf, Eindrittel vor dem Ende. Das staucht ihn zusammen und schleudert ihn zurück auf den Stuhl.

Jetzt war er wieder gefangen und der Stuhl nahm die Fahrt weiter auf. Auf dem Weg wurde zurückgekehrt und der Erneuterstarrte fand sich an seinem Platz ein. Dort kamen die Buchstaben auf seinem Bildschirm wieder zu tage. Der Erneuterstarrte sieht die gewachsenen Zeile und ließt die Worte: „Das bemmmmmmmmmmmmmmmmvommmmmmmmmmmm.....“

Was kann man da noch sagen? Der Erneuterstarrte ist vom Arbeitsplatz geplagt und findet keinen Weg aus dem Haus.

JD

Lose Hoffnung

Im Zeichen der Unfassbarkeit
entsinnt mein Werden Verstand.
Erblicke ich Licht in der Tiefe!
Wo findet mich die Offenbarung?

Beschreite ich weite Wege zum Bewusstsein,
um mich der Farbigkeit zu erinnern.
Verlaufen die Wege in weite Ferne,
zu suchen der Vollkommenheit.

Wohin wird mich der Pfad führen?
Erfahre ich nur Bitterkeit?
Zur Stunde schlägt die Zeit,
da erschreckt sich mein wacher Geist!

Bin ich mein Schrecken durch Bitterkeit?
Wo bleibt die Vollkommenheit?
Ich bin der Banalität nächster Freund.
Erfreue mich der Dinge Einfachheit.

In lustiger Runde erfährt mich keiner,
da ich erhoffe der Einsamkeit.
Im Winde verschwindet das Wesen,
wendet der Kreis zur Mitte.

Drückt auf die Empfindung
erblickt mein Innerstes die Wahrheit.
In der Betrachtung erstarrt,
bildet das Vielfache ein weisendes Mehr.

So setze ich nun an und
wo mich so die Botschaft empfängt,
beklage ich mich nie mehr,
da die Offenbarung Sätze sagt.

Erhebe dich und kämpfe!
Sei ein Selbst zur Vermittlung,
so wirst du siegen über Verzweiflungstaten
und bereuen  der letzten Handlungsweise

Warten ist die letzte Hoffnung
und Tränen das Rinnsal in die Zukunft.
Schlägt die Zeit weitere Stunden an,
sitzt der Leib fest in der Gegenwart.

JD




Mittwoch, 21. August 2013

In Haft

Ich habe keine Sinne
Ich habe keine Schmerzen
Ich bin ein harter Stein
in einem Farbenmeer.

Ich habe keine sehenden Augen
Ich habe keine Wünsche
Ich bin betäubt von Ängsten
umgeben von Hoffnungsträgern.

Ich habe keinen Verstand
Ich habe keine Gefühlsräusche
Ich bin bebend,
stehe zwischen rechts und links.

Ich habe keine Scham
Ich habe kein Reueempfinden
Ich falle
von hohen Berggipfeln.

Ich habe keine Bedeutung
Ich habe keinen Ausdruck
Ich bin entschleunigt
durch die Gefangenschaft des Geistes.

JD

Kopfschmerzen

Unzählige Gedanken parken auf seinem Kopf und streben weit hinauf. Da manche Gedanken schwer sind als andere, liegen die Leichtgewichte obenauf. In seinem Kopf ist schon alles ohne Sinn und Verstand vollgestopft bis an die Decke. Überall liegt und fliegt ein Traum oder Gedanke. Das ist seine Neigung zur berstender Fülle. Die Trennung von liebgewonnenen Begleitern in mancher schweren Stunde und lustigen Runde fällt ihm nicht leicht. Müsste er das geben, was er weiß, verliert er an Masse und hat neu zu sammeln. Das Viel an Gedanken verleitet zum Schluss, es gäbe auch viel zu erzählen.

Wenn er aber gebeten wird zu berichten, gerät er in Not, denn Gedanken, Träume und Erinnerungen sind laut oder leise, farbig oder eintönig, gewichtig oder banal. Wo fängt man denn nur an zu suchen und hinzuhören? Begibt man sich auf die Suche muss man auch nach dem Weg fragen und das war ihm von Anfang an unangenehm. Das können aber die Menschen nicht sehen, denn sie hören nur seine Klagen. Die pochende Stirn, der krumme Rücken und schwere Gang machen ihn noch kleiner als er überhaupt hoch wachsen konnte. Fragende wussten keinen Rat mehr und zogen von einer Frage zur nächsten weiter. Dies verunsicherte ihn zunehmend, sodass er den Kopf wild schüttelte und die Augen zusammenpresste.

Was aber kam, war ein heißer Atem und unsicherer Wank. Nun empörten sich die Fragenden, warum der Wissende nicht antworten könne. Er wusste sich nicht zu helfen und biss verkniffen auf seine Speichel benässte Zunge. Der Speichel staute sich in seiner Mundhöhle und gab keinen Weg frei.

Er bekam Angst vor der Wortlosigkeit und versuchte ungestüm die Dämme zu brechen. Die Tat war nicht von Erfolg gekrönt und ließ ihn weiter verzweifeln. Was ihm blieb, war nur das Handeln. Da geriet er in Panik fuchtelte wild mit den Armen. Die vorbeilaufenden Menschen erschraken und gingen schnell zu einem sicheren Hafen. Was konnte er jetzt noch tun? Was bleibt, ist Warten?

Ohne Macht über seine Gedanken konnte er sie nicht zur Ordnung rufen. Er wünschte sich so sehr eine rettende Flut und schickte sich an auf seine Zunge zu beißen. Die Zunge war eine heiße Sache. Früher konnte sie alles schmecken und das Leben voll auskosten. Dann verlor sie alle Scham und gab sich ganz frei. Hatte sie dann Lust zu trotzen, blieb sie einfach liegen. Jetzt waren viele Jahre vergangen und da blieb sie aus Altersstarrsinn verdrossen ignorant.

Die Zähne jedoch wurden über die Jahre ganz scharf vom Schleifen. Sie blitzten bösartig an der Sonne. Schnell konnten sie sich in die Zunge bohren und schnitten was vom Ende ab. Jetzt löste sich die Flut und alles rauschte aus ihm raus. Er rief, es darf doch nicht alles verloren gehen, ich habe euch gebraucht. Aber die Gedanken waren schon weggefloßen und von dannen gezogen. Sie hinterließen keine bleibende Erinnerung, denn es wurde alles reingewaschen. Erschrocken über diese unerfüllte Leere begab er sich auf die Suche. Da bemerkte er ohne die Schwere könnte er leichter gehen. Er bemächtigte sich dem aufrechten Gang und bekam Halt vom Rückgrat. Die hatten sich schon lange nicht mehr getroffen. Jetzt zog der Kopf am Nacken und richtete sich gegen dem Himmel auf. Die Sonne strahlte und das unendliche Blau löste einen Reiz in ihm aus.

Er begab sich auf die Suche nach allen Farben. Jahre verbrachte er mit dem Sammeln und besuchte viele aufregende Orte. Es berauschte ihn alles zu finden, was zu sehen gab. Ohne gescheit funktionierende Zunge blieb er gedankenfrei. Nun war es an ihm Fragen zu stellen und um Antworten zu bitten. Das viel ihm weiterhin schwer, denn er konnte nicht wiedergeben, was er wissen möchte. Ein Dilemma! Da wurde es Frühling und es kamen die vielen Farben. Sie umspülten seine Welt und zogen ihn mit sich. Besonders sein Kopf lag in den Wolken. Ohne Blick für die unteren Ränge übersah er die Wege und geriet in eine Falle. Das Loch war riesig und schwarz. Ganz ohne Farbe. Ihm wurde alles genommen und er wurde eins mit dem farbenfreien Raum. Er verlor seine Farbe und verschwand im Schwarz.

JD

Donnerstag, 15. August 2013

Ein Teil der Ruine ist das Wir

Uns treibt der Hohn der Lügen durch tosende Gewässer,
in ihnen verliert sich der Verstand wellenförmig.
Sie bilden das Konstrukt loser Bindungen,
um der Leugnung ein Bett zu geben.

Wir brauchen Lügen, die uns eine Schönheit geben
und in Zartheit zum Fliegen kriegen,
sodass bewahrt wird, was wir beschlossen haben.
Etwas von mir in deinem Inneren verschlossen.

Zwischen den Menschen bildet der Atem Vergänglichkeit,
benutzt der Gegner dreist deine Verwundbarkeit.
Die Erschaffung der Verschleierung wahrer Begebenheit
eins bleibt uns allein, die Stumpfheit beim Bekriegen

Das geschieht mittels Dreistigkeit durch Triebe,
ohne Vergnügen wird die Vernunft triumphieren
als Tagträumer offenbart sich zur später Stunde
in Nächten mit Träumen verführt, die Dunkelheit.

Es sind Worte, die lose fesseln und verführen
nur in Zweisamkeit sind wir manipuliert
vor der Vergangenheit verborgen gebunden
liegt die Sicherheit in der ersehnten Vorstellung

Wir sind die Erkenntnis am Rande des Abgrundes.
Nun ist es soweit, dass wir die Bestimmung sehen!
Man bleibt zuletzt, im Inneren vergraben die Sehnsüchte
hoch oben schwebt die Illusion und geht auf in die Nacht

In stummen Schatten liegt der Ruin zurück,
an runden Tischen schmilzt das Heiligtum
auf kalten Bänken ist die Distanz, wo das wir gelöst wurde,
verlaufen die Wege und führen nie mehr zusammen.

Das Vergessen beschreibt sicher, wir sind vorbei!

JD

Das Tier in ihm Teil I Unterm Nachthimmel

Die Welt zerfällt zu Asche und sein heiserer Atem zerstäubt die Berge zu feinen Teilchen. Sie liegen über Trümmern und konstruieren eine schnell schwindende Existenz. Er kann in diesem Haus nicht mehr wohnen.

Das Haus war Zuflucht für seine Unschuld. Die neue, wage Existenz befeuert seine Lebenslust und erzieht seinen Geist neu. Er richtet seine Gedanken nicht mehr klar und geordnet aus, sondern bildet sich neu. Das verloschene Feuer glüht ihn noch heiß. Es verfing sich in seinem Inneren und spült Salven der Befriedigung in Wellen unter seiner Haut hindurch. Ohne Besitz definiert er sich neu.

Die Gesellschaft hat ihn auf den Gewissen und sich kannibalisch an ihn vergangen. Nichts lässt das vergessen. Jenseits der Moral verfällt auch das Prinzip.

Mitten in den Trümmern seiner Besitztümer verzweifelt sein Verstand und wird vom Wahnsinn verdrängt. Liebe verdreht ihm den Sinn und er verkauft seine Vernunft an die Besessenheit. Freiheit ersetzt die Zwänge der Arbeit und des Alltages. Er übertönt alle Klänge der Nacht. Hier bilden sich kein abnormes Gedankengut und keine Angst vor der Flüchtigkeit des Mitmenschlichen. Sein Ruin spricht ihn von gesellschaftlichen Pflichten frei, die ihn nicht mehr an Normen binden.

Ihn ihm tanzen Gedanken im wilden Takt und rühren alles zu Brei. Eine zerstörte Existenz im Todeswahn. Zwischen der nun luftgekühlten Asche sucht er seine Vergangenheit anzufassen. Im Griff begegnet ihm der Zerfall.

Am Ende verbleibt ihm auf den Tag zu warten, damit er ihm einen Weg weist. Krank vor Qualen des Verlustes schreit er in den Nachthimmel und sehnt sich nach Licht. Nichts leuchtet auf seinem Körper. Die Sterne sind nur ferne Funken und geben keine Richtung an. Möglicherweise ist er ein Naturereignis.

Im Rausch des Wahns nährt ihn die verbrannte Wirkungsstätte. Die Wärme des Feuers steigt noch aus der Asche empor. Der Wahn wird zur unfassbaren Gewalt für ihn. Sein Verstand rät ihm noch Abstand zu nehmen und seine Zukunft in der Vernunft zu suchen. An dieser Stelle tritt nun aber ein buntes Spiel vor seinen Augen, eine kräftiges Piepen, eine schrille Melodie, seltsame Farbenmäntel und heftiges Verlangen nach Fleisch.

Er sieht weder sich noch andere. Er wird viel und eine Alternative zum lebbaren Alltag, beginnt er sich im Wahn zu bewegen.

Die Staubwolke aus Asche lüftet einen Spalt.

JD