Samstag, 30. November 2013

Gesichtszone

Am Boden liegend ertönt ihr gutturaler Laut in Mono, eine Echospur, die Teil des Todesgesangs und im Äther ein illusionistischer Missbrauch einer verlorenen Gestalt ist. Die Bildung einer Reihe Bewegungen schleichen sich experimentell in den Überlebenskampf ein, die zum Elektrisieren des Körpers führen und den Aufbruch der Eingrenzungen durch Zuckungen der Extremitäten einleiten. In diesen Exzessen verbirgt sich eine Sanftheit bis in eine Schläfrigkeit führend, welche die menschliche Fragilität überschneidet. Die Episode einer zerrütteten Weltansicht, die in einen Leidensweg endet, der in die Manipulation des Körpers durch die Seele Erlösung erlangt.

Als Schönheit geboren ist sie im Inneren von der Welt isoliert. In Hysterie schallt ihr letzter Schrei, wie in Zorn zerrissen spukt sie Blut, da ihr Magen ein Vogelkäfig ist.

Die vergessene Urheberin dieses Stücks ist weder natürlich eine Verrückte noch irrsinniger Weise eine konventionelle Natürlichkeit. Aber die Entschlafene bleibt verfügbar im Raum, da sie die Reise im Inneren ihres Fleisches, entlang den Bahnen ihrer Sehnen und Nerven vollführt. Die Intensität der Abspaltung vom Körper steht dem Ende gegenüber. Der eigene Mord ist die dunkle Bekenntnis zu ihrer Finsternis, als Lied gespielt.

Der Mord löst Fesseln, in der Stärke des Schattens kann das Böse ihre Ängste auflösen. Da wird sie zurück in ihr Bewusstsein katapultiert, was zum ersten Mal die Beherrschung über den Körper ermöglicht und die Entgleisung unvorhergesehene Ausmaße annimmt. Sie bricht entzwei. Die Berufung ihrer Dunkelheit zur übergroßen Schreckensgestalt kann keine Gesichter mehr verbergen und im Unbehagen setzt Kontrollverlust ein.

Die Gründe ihrer Abspaltung, eine wohlklingende Leere, sind undurchsichtig, mögen aber ihrem Naturell entsprechen. Dort entsteht eine authentische Hymne, sie als Heldin, weil sie sich von der irdischer Sklaverei der Natur befreit. Sie wirft diese Autorität in einer langsamen Elektrisierung der Nervenbahnen von sich. Somit muss sie nicht eine Verteidigung leisten, die ihr Qualen zurückbringen würden.

Die solide Verbindung vom Körper und Seele wird durchtrennt, die Realität kann durch die Seele geprägt werden und verzerrt die Zeit. Der Verstand wird infiziert.

Ein statuiertes Exempel, das groß ist, weil es ein Leben birgt. Trotz der Probleme das Opfer im Haus zu sein, kompensiert ihre Euphorie die Schlacht um Harmonie, die in die Urheberin einfahren und sie adeln. Dies ist zumindest in diesem Versuch gut gelungen, da die Einsamkeit radikal ist. Sie rammt ein Messer in ihre Mundwinkel und schneidet ihre Wangen auf, solange bis das Gesicht auseinanderklafft. Das Messer ist eine heilbringende Gnade.

Ihre innere Landschaft ist so pulsierend wie der Blutstrahl und ihr Mut beinhaltet eine Kraft, die die tiefe, intime Stimmung nicht abbricht. So umschmeichelt sie ihr imaginäres Inneres als klangvolle Persönlichkeit, indem sie röchelnd spuckt. Die Szenerie schlängelt sich um sie, gleitet in ihren offenen Schlund und durchflutet ihre Bauchhöhle wie einen Raum. Sie schwingt souverän und durch ihre Nase rauscht ein atonaler Hauch, eine Klage die bassig flötet. Ein offenes Ende, dass in Zartheit gewogen wird. Das Beste in ihr ertönt.

Der hörbare Lacher ist eine irre Antwort, ein Versteckspiel einer vertrackten Natur, die im Handeln doppeldeutig ist.

Der Kampf manifestierte sich früh in ihr und berichtet, eine düstere Warnung. In dem Moment als ihre Psyche mit dem Körper verschmilzt, ist sie lediglich eine Montage. Ihre Entstellung ist die Herrlichkeit ihrer Erkenntnis.
Die Selbstzerstörung erscheint einer Liebeserklärung gleich zu kommen. Sie umschwärmt ihr Selbst und in dieser Art und Weise inszeniert sie eine neue Realität, die in einer Wahnvorstellung rätselhaft versteckt liegt. Die Desorientierung dient als Zugang, eine Motivation zum Untergang und löst die verhängnisvolle Verbindung endgültig. Ihre Leiche zerfließt mit dem austretenden Blut.

JD