Donnerstag, 15. August 2013

Das Tier in ihm Teil I Unterm Nachthimmel

Die Welt zerfällt zu Asche und sein heiserer Atem zerstäubt die Berge zu feinen Teilchen. Sie liegen über Trümmern und konstruieren eine schnell schwindende Existenz. Er kann in diesem Haus nicht mehr wohnen.

Das Haus war Zuflucht für seine Unschuld. Die neue, wage Existenz befeuert seine Lebenslust und erzieht seinen Geist neu. Er richtet seine Gedanken nicht mehr klar und geordnet aus, sondern bildet sich neu. Das verloschene Feuer glüht ihn noch heiß. Es verfing sich in seinem Inneren und spült Salven der Befriedigung in Wellen unter seiner Haut hindurch. Ohne Besitz definiert er sich neu.

Die Gesellschaft hat ihn auf den Gewissen und sich kannibalisch an ihn vergangen. Nichts lässt das vergessen. Jenseits der Moral verfällt auch das Prinzip.

Mitten in den Trümmern seiner Besitztümer verzweifelt sein Verstand und wird vom Wahnsinn verdrängt. Liebe verdreht ihm den Sinn und er verkauft seine Vernunft an die Besessenheit. Freiheit ersetzt die Zwänge der Arbeit und des Alltages. Er übertönt alle Klänge der Nacht. Hier bilden sich kein abnormes Gedankengut und keine Angst vor der Flüchtigkeit des Mitmenschlichen. Sein Ruin spricht ihn von gesellschaftlichen Pflichten frei, die ihn nicht mehr an Normen binden.

Ihn ihm tanzen Gedanken im wilden Takt und rühren alles zu Brei. Eine zerstörte Existenz im Todeswahn. Zwischen der nun luftgekühlten Asche sucht er seine Vergangenheit anzufassen. Im Griff begegnet ihm der Zerfall.

Am Ende verbleibt ihm auf den Tag zu warten, damit er ihm einen Weg weist. Krank vor Qualen des Verlustes schreit er in den Nachthimmel und sehnt sich nach Licht. Nichts leuchtet auf seinem Körper. Die Sterne sind nur ferne Funken und geben keine Richtung an. Möglicherweise ist er ein Naturereignis.

Im Rausch des Wahns nährt ihn die verbrannte Wirkungsstätte. Die Wärme des Feuers steigt noch aus der Asche empor. Der Wahn wird zur unfassbaren Gewalt für ihn. Sein Verstand rät ihm noch Abstand zu nehmen und seine Zukunft in der Vernunft zu suchen. An dieser Stelle tritt nun aber ein buntes Spiel vor seinen Augen, eine kräftiges Piepen, eine schrille Melodie, seltsame Farbenmäntel und heftiges Verlangen nach Fleisch.

Er sieht weder sich noch andere. Er wird viel und eine Alternative zum lebbaren Alltag, beginnt er sich im Wahn zu bewegen.

Die Staubwolke aus Asche lüftet einen Spalt.

JD

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