Samstag, 7. September 2013

Teil 3: Weiß und Schwarz erzwingt Grau, Fehlbarkeit ist keine Schande

Sie lebten in einer Waldhütte in einem sehr kleinen Dorf wie in einer idealen Staatsform. Eine von ihnen erdachte Utopie. Sie wuchs mit ihrer Dreiecksbeziehung und war rein theoretisch mit dem Frühling gewachsen. Jeder einzelne von ihnen war nun ein reifer Mensch. Sie vergaßen nicht, dass sie eine Form lebten, die in mancher Kultur schon immer verankert war. Eine Familie wie ein Staat, die so alt ist wie es die Elternteile sind. Aus ihrem anfangs zügellosen Zusammensein, ohne Vernunft und Rechenschaft verloren sie sich ohne einen Grund von Gerechtigkeit, weil es keine Gesetzmäßigkeiten mehr gab, die dem Wohl aller beteiligten diente. Frei einer göttlichen Ordnung wollten sie einem Vorbild näher kommen, das von negativen Gefühlen frei war.
Es war nicht möglich über sie zu urteilen, über ihre verschiedenen Möglichkeiten ihre Liebe zu formen und zu leben. Sie handelten demokratisch, unterstellten sich einer Monarchie oder waren anarchistisch verantwortungsfrei. Sie waren immer willig und hoben hervor, dass jeder von ihnen einen Anspruch auf Gerechtigkeit und eine Funktion hatte. Mit der Freiheit im Handeln jedes einzelnen wurde das Wohl aller drei gewahrt. Denn ihr freier Wille in eine Unabhängigkeit von Leben und Wirken fester Konventionen der Gesellschaft, die eine Gemeinschaft wünscht, sollte eine kontrollierte Zweisamkeit zum Ziel haben. Die Drei aber fanden ihr Glück in der Selbstständigkeit.
In ihrem diktatorischen Zeiten siegte das Böse. In diesem Wissen erduldeten sie trotzdem die geschlagene Stunde und entschieden sich diesen Gewalttäter nicht niederzuschlagen. Jeder ihrer Schritte raubte ihre Verborgenheit und keine Tage waren mehr rechtens. Es verblieb ein mechanisierter Tagesablauf in dem das Verbrechen übrig blieb. In dieser unterlegenen Haltung fand das Vergessen statt und ihre Pflicht ein System der Sittlichkeit zu wählen, verblasste mit der Beseitigung.
Wenn sie aber mit aller Kraftanstrengung ihr Recht auf einen freien Geist wahrnahmen, stürzten sie durch ihre Notwendigkeit zu siegen, das System. Die Mauern fielen und verstreuten Ekstase in die hungrigen Körper. Der Mut kräftigte ihr Fehlverhalten, ohne Bedrängnis einzusehen. Ihre Feigheit war nun sichtbar in ihrer liebevollen Art zur Natur. Hätten sie weiter verharrt, wäre die Hölle über sie eingebrochen und ihre Schuld wäre ihr Untergang gewesen.
Widerstand zu proben war keine Klarheit, weil Möglichkeiten erkannt werden mussten. Der Versuch eine Lage anders zu bewerten, konnte einen Sturz bewirken. Wären sie alleine in Bitterkeit vergangen, hätte ihnen die Gegnerschaft einen Umsturz herbeigeführt. In der Zusammenarbeit bildete die Einigkeit nun die Verfügung, ähnlich einem passiven Widerstand.
In diesem Sinne war das Ziel, dass neue System fallen zu lassen und eine seichte Welle zu bilden. Ein Kampf bei dem nicht vor einem Blutbad zurückgeschreckt wurde, das im Inneren zerfleischt und dem Umstand ein Ende bereitete. Wie konnte alles ein angemessenes Ende finden?
Die Sabotage der Gefühle als Feierlichkeit betrieben, verhinderte den reibungslosen Ablauf. Die Opferung wurde zu ihrer Tarnung und als wohltätige Gabe der Beziehung aufgegeben. Bei genauer Betrachtung aber waren sie Notleidende, die emotional auf eine Krise zusteuerten. Die Sinnlosigkeit weiter zu betreiben, sprach nur für einen Krieg. Beständig würden sie Kriege führen.
JD

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