Ihr
wird ein köstlich aussehendes Stückchen Hase auf den Teller gelegt,
bei der eine Beilage überflüssig erscheint. Während sie in
Sequenzen auflösend nur noch in dieser Episode in Erscheinung tritt,
verdichten sich die Gegenwart und ihre Vergangenheit. Eine Spannung
erfüllt den Raum, sodass ein doppelter Boden entsteht, in der
vergangene Handlungen gespiegelt sind. Sie verhelfen ihr zu einer
Anziehungskraft, die beide Elternteile an den Esszimmertisch locken.
Sie
zeugten aufgrund mangelnden Lebenszwecks und Angst vor der Zukunft
Kinder, jedoch zerbrach der Traum an den Unterschieden ihrer
Persönlichkeiten. Der Vater ist 53 Jahre alt, hat leicht ergrautes
Haar, welches noch immer kräftig und formvollendet den Kopf bedeckt.
Das Gesicht kantig mit markanter Nase und einem vollen Mund mit
Zahnfleischpräsentation.
Verlockend
weiten sich ihre Augen als sie von den Traumbildern erwacht. Sie sind
Einblicke in Ausflüge mit ihrem Vater. Eine Jagd bei der alle
Momente Opfer der Präsenz ihrer Vaters sind, ihre Verwandlung deutet
geschickte Morde durch seine Hand an.
Sie
entschied sich gegen ihre innere Zerrissenheit in ihr Elternhaus
zurückzukehren, damit eine Konfrontation am Tatort dabei helfen
könnte, ihr Trauma zu überwinden. Sie ist in gewisser Weise seine
Komplizin gewesen, denn tatsächlich ist ihre Erinnerung ein
Manipulateur, der die Sinne beeinflusst und im falschen Spiel
Unschuld abtötet. Jegliche Konzentration ihrerseits gilt der
Entschlüsselung ihres Vaters, dass tiefe Gefühle provoziert.
Ihre
Beunruhigung erschwert die Arbeit ihres Gedächtnisses, dass so gut
mit den erdachten Theorien der letzten Jahre vertraut ist. Ihr Vater
tötete das Einzige, das ihr Treue hielt, entlarvte somit ihre Psyche
und versetzte ihr einen schmerzhaften Schlag.
Sie
kann nicht mehr durch Schläge in die Gegenwart gelangen, sondern
durch die Spurensuche ihrer Augen auf dem Tisch mit Gebeinen wird sie
wieder in das Zimmer gebracht. Ihr inneres Gespräch beweist ein
manipulatives Geschick ihrer Psyche. Bleibt abzusehen, welche
Intrigen sie zu einem selbstsüchtigen Handeln bewogen und ihre
Unschuld zu Verderben wurde.
Ihre
Psyche stachelt sie gezielt im Rachewahn an, wohingegen ihr Verstand
den Versuch unternimmt die Situation nicht eskalieren zu lassen. Die
Provokation gelingt, sodass sie sich zu einer ersten ungewöhnlichen
Handlung verleiten lässt.
In
ruhigen Passagen beißt sie mit den Zähnen in den Tisch, die Zunge
streift immer wieder über das Holz und ihre Augen sind verzerrt. Das
Gesicht ist eine Maske, die durch den Rachewahn gespeist ist. Der
kritische Punkt zwischen allen Dreien im Raum vom Guten zum
abgrundtief Bösen zeichnet ein schauriges Bild.
Sie
ist dem Gefühl der Hilflosigkeit ausgesetzt, in der Umrisse der
Menschen auf dem Untergrund festgehalten werden.
Der
Boden wird zu einem See in dessen Mitte der Mörder bleibt. Ihr Vater
der die Wahrheit verborgen hat und die Verantwortung für den Tod
ihrer Unschuld nicht tragen möchte.
Die
Mutter schwankt währenddessen zwischen blanken Entsetzten und
ausgeprägten Schuldgefühlen.
Als
sie plötzlich mit der Situation konfrontiert wird, bringt sie den
Vater um und bricht fachmännisch seinen Körper entzwei.
In
diesem Moment gleitet das Bild in die Schatten des Bodens über und
hinterlässt das Gerippe des Hasen.
Das
Opfer begann die Denkmuster ihres psychopathischen Vaters anzunehmen.
Wenn man bedenkt wie verheißungsvoll das Spektakel hätte verlaufen
können, ist die liebevolle Inszenierung des Grauens durch die
Entwicklung einer zerstörerischen Handlung, eine Abkehr von der
Vergangenheit und keinen weiteren Gedanken mehr wert.
JD
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen